Logo vs. Bildbearbeitung vs. Textverarbeitung

Schon wieder ist es passiert: ein Kunde, der alles selbst machen will aber 1000 Fragen hat.
Wenn ein Logo an einen Kunden ausgeliefert wird, werden neben den gängigsten Bildformaten (jpg, png) auch ein Manual und eine Vektordatei mitgeliefert. Wenn nötig werden die verwendeten Schriften als Dateien dazu gepackt.

In dem Manual wird genau beschrieben, welche Farben verwendet wurden, welche Schriften und wie das Logo proportioniert wurde.
Die Vektordatei ist zur späteren professionellen Erstellung von Drucksachen aller Art vorgesehen und die .png und .jpg Dateien sind simple Bildformate zur Verwendung in unterschiedlichen Programmen, auf der Webseite oder dergleichen.

Nun kommt es öfter vor, dass Kunden glauben, wenn sie ein professionelles Logo haben, könnten sie Ihre Drucksachen einfach in Word erstellen und Teile des Logos (zum Beispiel bei Wortmarken) auch in Word bearbeiten. Hier muss man sich als Kunde überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist, so viel Zeit darauf zu verwenden mit den falschen Mitteln ein höchstens mittelmäßiges Produkt zu erstellen.
Word ist ein von Microsoft entwickeltes Textverarbeitungsprogramm, um Briefe oder sonstige TEXT-Dokumente zu erstellen.
Es ist nicht dafür geeignet druckfertige Daten zu erstellen oder Bilddateien zu bearbeiten.
Bei der Erstellung eines Logos, egal ob als reine Bildmarke, Wortmarke oder Wort/Bildmarke werden viele Faktoren berücksichtigt. So wird auf eine Skalierbarkeit geachtet, dass das Logo in jeder Größe optimal zu erkennen ist. Es werden Lesbarkeit auf unterschiedlichen Untergründen berücksichtigt und viele andere Sachen. Ist ein Logo final ausgearbeitet steckt also nicht nur eine Menge Herzblut, sondern auf viel Logik dahinter, die dem Betrachter auf dem ersten Blick vielleicht nicht unbedingt auffällt. Nun gibt es aber oft Kunden, die stauchen, strecken oder zerren Ihr Logo gnadenlos in Word oder sogar Excel, um sich selbst Visitenkarten, Anzeigen oder Schilder zu erstellen. Oft dauert es mehrere Stunden und unzählige verschwendete Druckversuche am heimischen Drucker bis ein Ergebnis zufrieden stellt oder es in Resignation übergeht und alles hingeworfen wird. Natürlich stimmen die Farben auf dem Bildschirm selten mit den tatsächlichen Druckergebnis überein. Zum einen ist der heimische Monitor nicht kalibriert und der Drucker und das Papier zu Hause auch nur für einfache Drucke geeignet. So ist es der eigene Stolz, der dann vielleicht zur Bestätigung des Werkes beiträgt.

Am Ende gibt es dann meist 2 Sorten Kunden. Die einen, die alle Stunden und Ausdrucke im Papierkorb ignorieren und sagen „ich bin ein Selbermacher“ komme was wolle und die anderen, die am Ende aufgeben und sich der vielen vertanen Zeit bewusst sind und diese dann viel lieber mit ihrer Arbeit oder mit der Familie verbringen und sich professionelle Drucksachen erstellen und liefern lassen. Und dann ist da noch Kunde Nr. 3, der lässt es gleich mit den Eigenversuchen und beauftragt eine Agentur, mit dem wofür Agenturen eben da sind.

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